Samstag, 31. Juli 2010

Hochwasserschutz verbessern

29. Oktober 2008 | PM | Redaktion | Thema: Archiv
Niederrhein Flussaue Freizeit Kanufahren Touristen Urlauber
Anlässlich der 3. Flussgebietskonferenz der Bundesregierung mahnt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) einen sorgsamen Umgang mit den restlichen noch einigermaßen intakten Flussauen in Deutschland an. “Naturnahe Flusslandschaften mit abwechslungsreich strukturierten Ufern und ausgedehnten Auen sind Oasen der Erholung für den Menschen und zugleich wesentlicher Teil des europäischen Biotopverbundsystems “Natura 2000″, erklärt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Beate Jessel. Flussauen gehören zu den artenreichsten und hoch gefährdeten Lebensräumen in Mitteleuropa. Sie sind mit geschätzten 12.000 darin vorkommenden Tier- und Pflanzenarten echte “hot spots” der Biologischen Vielfalt.


Naturnahe Flusslandschaften sorgen im
Naturkreislauf zudem mit für Grundwasserneubildung, sauberes
Trinkwasser und einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Zudem bieten
Flussauen einen volkswirtschaftlich günstigen Beitrag zum vorsorgenden
Hochwasserschutz. Sie sind an Überschwemmungen angepasst, müssen keiner
technisch und logistisch anfälligen Steuerung unterzogen werden und das
Wasser kann sich da ausbreiten, wo es keinen Schaden anrichtet. Diese
wichtigen Funktionen sind durch die Schifffahrt, Wasserkraft,
Landwirtschaft sowie den Siedlungs- und Verkehrswegebau vielfach
beeinträchtigt. So ist z. B. die Fläche der ursprünglichen Auen vor
Ausbau und Eindeichung der Flüsse im Schnitt auf weniger als ein
Viertel  zusammen geschrumpft und die noch vorhandenen Reste
unterliegen vielfach weiter einer intensiven Nutzung.

“Es ist daher dringend notwendig, insbesondere die Struktur und
Durchgängigkeit der Gewässer zu verbessern und da, wo es möglich ist,
die verloren gegangenen Auenlandschaften wieder zurück zu gewinnen.
Dies kommt nicht nur dem Naturschutz zugute, sondern dient
gleichermaßen dem Hochwasserschutz und unterstützt das Erreichen des
“guten Zustandes”, wie ihn die Europäische Wasserrahmenrichtlinie � von
begründeten Ausnahmen abgesehen - für alle Gewässer bis 2015 fordert”,
sagte BfN-Präsidentin Jessel. Die konkreten Zielvorgaben der
Wasserrahmenrichtlinie rücken die ökologische Beschaffenheit der
Gewässer europaweit ins Zentrum der Betrachtungen und machen dabei ein
länderübergreifendes integriertes Management von Flusseinzugsgebieten
erforderlich. Notwendig ist dabei insbesondere auch eine flächenhafte
Verminderung der Pestizid- und Düngemitteleinträge aus der
Landwirtschaft, eine Verbesserung der Wasseraufnahmefähigkeit der Böden
sowie eine angepasste Siedlungs- und Infrastrukturplanung. Darüber
hinaus müssen Ausbau und Unterhaltung der Gewässer sorgfältiger als
bisher aus ökologischem Blickwinkel geprüft werden. Angesichts des
Zustandes der deutschen und mitteleuropäischen Flussauen kommt einer
vorsorgeorientierten Umweltfolgenabschätzung und der angemessenen
Kompensation von nachteiligen Auswirkungen große Bedeutung zu


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