Naturnahe Gewaesser und Auen erhalten die biologische Vielfalt
03. November 2008 | PM | Redaktion | Thema: Archiv30.10.2008: Der Verlust der biologischen Vielfalt ist eines der wichtigsten Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Umweltbundesamt (UBA) wollen zusammen an der Lösung dieses Problems arbeiten. Mehr als 100 deutsche und ausländische Fachleute aus Wissenschaft und Praxis trafen sich am 29. und 30. Oktober 2008 bei einem Symposium in Bonn um Wege zu identifizieren, wie die biologische Vielfalt in und an Gewässern, Auen und im Grundwasser nachhaltig gesichert werden kann.
“Damit wir auch weiterhin die vielfältigen Dienstleistungen der Natur wie z.B. die Selbstreinigungskräfte intakter Böden und Gewässer für die Gewinnung sauberen Trinkwassers nutzen können, bedarf es eines schonenden Umgangs mit ihr. Ihre Ökosystemfunktionen bekommen wir zwar unentgeltlich, aber ihren immensen Wert müssen wir erhalten und pflegen”, erläuterte Dr. Rainer Blanke, Fachbereichsleiter für Ökologie und Naturhaushalt des BfN. Dr. Thomas Holzmann, Vize-Präsident des UBA, ergänzte: “Der Schutz der Vielfalt an Arten und Lebensräumen kann nur dann erfolgreich sein, wenn wir den klassischen Naturschutz, also Artenschutz sowie die Ausweisung und Vernetzung von Schutzgebieten, durch einen umfassenden Schutz von Wasser, Boden und Luft ergänzen”.
72 Prozent der verschiedenen natürlichen Lebensräume und ein Drittel
der Tier- und Pflanzenarten in Deutschland sind gefährdet. Alle
benötigen Wasser und viele davon bestehen und leben in oder an
Gewässern. An zwei Dritteln der Flüsse und Seen sind Maßnahmen
erforderlich, um sie wieder in einen guten ökologischen Zustand zu
bringen, den die europäische Wasserrahmen-Richtlinie fordert. Dazu
müssen Wehre für Fische passierbar gemacht werden und die Uferbereiche
wieder naturnäher gestaltet werden. Vernetzte naturnahe Gewässer und
Auen ermöglichen es Arten und Lebensräumen, sich verändernden
Umweltverhältnissen anzupassen. Vor allem die Landwirte sind
aufgefordert, dafür zu sorgen, dass Pflanzennährstoffe von ihren
Anbauflächen nicht weiter in Oberflächengewässer und Grundwasser
gelangen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums waren sich einig:
Ökologische Verbesserungen sind notwendig, um die biologische Vielfalt
von Gewässern, Auen und Grundwasser zu erhalten - zum Nutzen von Natur
und Menschen gleichermaßen.
