Kunst | Antoni Tàpies – Zeichen und Materie
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Bis zum 13.01.2008 zeigt das Museum Schloss Moyland eine
exklusiv konzipierte große Schau des katalanischen
Künstlers Antoni Tàpies.

Antoni Tàpies
Principiel, 1989
Mischtechnik auf Leinwand
250 x 300 cm
Foto: Gasull, Barcelona
Galerie Lelong Zürich + Paris
© Fundació Antoni Tàpies, Barcelona / VG
Bild-Kunst, Bonn 2007
Der 1923 in Barcelona geborene Künstler kommt im Alter
von elf Jahren mit bildender Kunst in Berührung. Bereits zu
dieser Zeit fängt auch, mit Hilfe der Bibliothek seines
Vaters, seine vielseitige Beschäftigung mit Literatur an.
Während des spanischen Bürgerkrieges beginnt er zu
malen und zu zeichnen. Ab 1940 vertieft sich sein vielseitiges
kulturelles Interesse durch die Beschäftigung mit Literatur
und Musik der Romantik und der Moderne. Nach einer intensiven
Auseinandersetzung mit dem Surrealismus experimentiert der
Künstler mit unterschiedlichsten Materialien und findet um
1953 zum so genannten Materialbild. Sein Stil speist sich aus
einer bis heute nicht ablassenden Auseinandersetzung mit
europäischer und asiatischer Philosophie, Musik und
Literatur sowie mit religiösen und esoterischen Fragen.
Diese Auseinandersetzung drückt sich in Werken aus, in denen
er unterschiedlichste Arbeitsmaterialien als Träger von
Zeichen einsetzt.

Antoni Tàpies
Ondulacio ocre, 2003
Mischtechnik auf Holz
210 x 220 cm
Courtesy Sammlung Essl, Klosterneuburg/Wien (A)
Foto: Fabrice Gibert
© Fundació Antoni Tàpies, Barcelona / VG
Bild-Kunst, Bonn 2007
Die Verwendung mehrerer Zeichen erinnert an das Werk von
Joseph Beuys. Anders als dieser entwickelt Tàpies mit
seinen Ecken, Kreuzen und Linien auf Holz oder in Gips jedoch
keine Kunsttheorie und eine Utopie für eine bessere Welt,
sondern er vollzieht in seinen Werken ein freies, völlig
undogmatisches Denken über die metaphysischen Dimensionen
menschlichen Lebens. In den Materialbildern der letzten
Jahrzehnte, die in Mischtechnik auf Holz ausgeführt und oft
mehrere Quadratmeter groß sind, entwirft er Sinnbilder
für Momentaufnahmen dieses Denkens.
Im Katalog zur Ausstellung (86 Seiten, 25 teilweise
doppelseitige Farbtafeln) sind alle gezeigten Gemälde und
Plastiken sowie ein Teil der druckgrafischen Blätter
abgebildet. Er beinhaltet illustrierte Texte von Barbara Catoir,
Franz Joseph van der Grinten und Dirk Ufermann. Preis im
Museumsladen: 22,50 €.
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