Issum | Herrlichkeitsmühle
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Die Herrlichkeitsmühle ist die bekannteste und am
weitesten original erhaltene der Issumer Mühlen.
Issum Herrlichkeitsmühle - Industriegeschichte am
Niederrhein.
Wöchentlich wird wie in alten Zeiten Korn zu Mehl
verarbeitet.
[ foto - Christoph Wagner ]
1768 erbaut, erhielt sie bereits 1930 erstmals Denkmalstatus,
den damals alle vor 1870 erbauten Mühlen erhielten. Mit der
Verleihung einher ging eine Restauration, die im wesentlichen aus
der Erneuerung der Holzschindeln bestand.
Die Herrlichkeitsmühle verdankt ihren Namen einem
früheren kommunalrechtlichen Begriff, der ein
selbständiges Gebiet im Besitz eines Freiherrn bezeichnet.
Selbstverwaltungsrechte der Gemeinde (z.B. Steuererhebung
für eigene Zwecke, Führen eines Siegels) fielen
hierunter wohl ebenfalls, wie die öffentliche Funktion der
Mühle als eine so genannte Zwangsmühle vermuten
lässt. Der Zwang bestand darin, dass die Einwohner
(„Untertanen“) der Herrlichkeit ihr Getreide nur in
dieser Mühle mahlen lassen durften, eines der hoheitlichen
Benutzungsmonopole aus jener Zeit, welches die wirtschaftliche
Selbständigkeit der Herrlichkeit stützte und ihr
Selbstverwaltungsrecht mit manifestierte.
1836 wurde sie von dem Oeconom (Kaufmann) und Bierbrauer
Arnold Haal gepachtet. Er zahlte dafür jährlich 12
Taler an die Eigentümerin, Gräfin Caroline Wilhelmine
Francisca von Borchgrave, Freyin von Blankard zu Bovelingen in
Belgien. Ihr gehörten nicht nur die Mühle, sondern auch
das Rittergut Haus Issum sowie umfangreiche Ländereien. Ihr
ältester Sohn Wilhelm Georg Franz Graf von Borchgrave wurde
im gleichen Jahr Alleinbesitzer von Land und Gebäuden.
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